2020: Ein Rückblick

Wir verstehen schon. Ihr seid mehr als bereit, die Shitshow 2020 hinter euch zu lassen. Wir sind es jedenfalls. Während wir 2019 ein paar 1A-Events realisieren konnten — wie etwa den Jam of Mainhattan — ist dieses Jahr alles gecancelt. Obwohl es keinen Jam (oder überhaupt irgendwelche Partys) gab, die wir hier nacherzählen könnten, wollen wir euch trotzdem einladen, einen Rückblick auf alles zu werfen, was in eurem Lieblings-Jugendzentrum so passiert ist.

Die ersten nennenswerten Ereignisse waren die Releases von zwei Turnschuhen: der Strangelove Dunk und der Travis Scott Dunk. Beide Schuhe gehörten zu den sehnlichst erwarteten Nike-Schuhen der jüngeren Geschichte und gingen naturgemäß wie warme Semmeln über die Theke. Außerdem erwähnenswert ist, dass die Releases der Schuhe stattfanden, als sich Corona zwar am Horizont abzeichnete, aber noch nicht zu einer besorgniserregenden Fallzahl geführt hatte — zumindest nicht in Deutschland. Die Veröffentlichungen der Strangelove und Travis Scott Dunks erlaubten es ein letztes Mal, dass sich Sneaker-Enthusiasten in Scharen vor unserem Laden versammeln durften. Schließlich wurden derartige Versammlungen durch die Schutzmaßnahmen unterbunden und wir durften uns eine spezielle Vorgehensweise für die Dunk-Raffles ausdenken. Und obwohl die meisten unserer Stammkunden für die neuen Regeln empfänglich waren, hatten wir doch den Eindruck, dass sie für intellektuell Unbelastete unverständlich blieben.

Im Mai riefen wir Bonkers Vintage ins Leben: Ein brandneuer Service, der eine kuratierte Auswahl von Vintage-Skateboardartikeln anbietet. In Zusammenarbeit mit unserem Kumpel Bernie vom Shemonster Vintage in Mannheim stöbern wir für alle nostalgischen Skate-Dads und Geschichtsinteressierten in der textilen Skateboardvergangenheit. In Zukunft, so jedenfalls der Plan, werden einzelne, besonders bemerkenswerte Stücke auf unserem Blog hinsichtlich ihrer Designgeschichte abgehandelt. Dank euch ist Bonkers Vintage ein voller Erfolg: Viele Exemplare finden umgehend neue Eigentümer, und ein stetiger Fluss von Vintage-Apparel hält den Service frisch. Übrigens: Wenn ihr alte Skateklamotten habt, die ihr veräußern wollt, sagt bescheid!

Im Herbst, nach wochenlanger Arbeit, enthüllten wir eines unserer bisher ambitioniertesten Projekte: Unsere private Skatehalle, das Bonkers-Vereinsheim. Da das Wetter in Nordeuropa vor allem in den Wintermonaten richtig abfucken kann, wir aber unsere mit Mühe erkämpften Kickflips und Axlestalls nicht wieder verlernen wollen, musste ein Refugium vor Wind, Regen und Schnee her. Das Vereinsheim verfügt über eine Minirampe, eine kompakte Street-Fläche, einen Kühlschrank gefüllt mit Bier und einer Boombox, die Martin vor allem dazu nutzt, allen mit seinem “Musikgeschmack” auf die Eier zu gehen. Nicht-Vereinsmitglieder erhalten dann Eintritt, wenn sie die höchste Stahlstruktur an der Frankfurter Welle switch droppen. Wer den Drop-In steht, darf rein, wer nicht, hat danach mit Sicherheit andere Sorgen.

Businessseitig haben wir 2020 viel Zeit in unser Brand-Portfolio investiert. Ein paar Marken wurden rausgeschmissen und an ihrer Stelle neue aufgenommen. Da wir großen Wert darauf legen, dass unser Angebot die Vielseitigkeit der Skateboard-Kultur spiegelt, freuen wir uns, dass dieses Jahr gleich drei spannende Brands an Bord gekommen sind: Book Works, Carpet Company und A New York Thing (aNYthing). Die drei Companys sind grundverschieden, sowohl hinsichtlich ihrer Ästhetik als auch ihrer jeweiligen Hintergründe. Und alle drei sind ihr Geld wert.

Unser jüngstes Projekt konnten wir mit der Hilfe von niemand geringerem als Mark Gonzales realisieren. Bonkers wurde im Sketchy Skateshop Appreciation Program der Deluxe Distribution aufgenommen — einem Programm, dass ausgewählten Shops personalisierte Zeichnungen von The Gonz zur Nutzung anbot. Da mussten wir uns nicht bitten lassen: Wir nutzten kurzerhand die Grafik, um eine Serie von limitierten, handgefärbten und vom Surfer-Look der 80er inspirierten T-Shirts zu veröffentlichen.

Ach so, und dann sind wir auch noch 10 geworden. Vor 10 Jahren fingen wir auf unserem Dachboden an, vor 5 Jahren zogen wir in unseren Laden auf der Klappergasse. Leider musste unser Geburtstag ohne Party verstreichen. Aber ihr könnt euch darauf verlassen, dass wir nächstes Jahr die Jägermeisterflaschen rumgehen lassen — ist dann halt der 11. Geburtstag, immerhin eine Schnapszahl.

Das war’s so ziemlich. Wir freuen uns auf nächstes Jahr — nicht nur, weil diese ganze COVID-Geschichte dann hoffentlich besser wird, sondern auch weil ein paar spannende Dinge in der Pipeline sind. Wir dürfen euch leider nicht viel verraten, nur so viel sei gesagt: 2021 wird ein spannendes Jahr für Bonkers und Skateboarding in Frankfurt. Abschließend möchten wir euch, unseren Freunden, Kunden, Lesern und Partnern unseren Dank aussprechen: Danke, dass ihr auch dieses Jahr wieder zu uns gehalten habt. Wir sehen uns im neuen.

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